Veröffentlicht am 15. Juni 202612 Min. LesezeitMinergie 2026.1 · SIA 382/1:2025HPE/THPE Genf · REn Art. 12B/12CAktualisiert Juni 2026
Minergie 2026.1: was sich ändert und was das bedeutet
Das Minergie-Reglement 2026.1 markiert einen klaren Bruch mit den früheren Ausgaben: fossile Brennstoffe sind für alle Labels untersagt, der Heizwärmebedarf wird als Prozentsatz der MuKEn-2025-Werte ausgedrückt, PV wird schon beim Standardlabel obligatorisch, und die Daten für den sommerlichen Komfort wechseln auf DRY 2035. Dieses Dossier beschreibt die neuen Regeln, ihre praktischen Folgen und die Äquivalenzen zu den Genfer Labels HPE und THPE.
Das Reglement 2026.1 überarbeitet die alten Kriterien nicht am RandMinergie listet per 01.01.2026 nur drei Änderungen: graue Emissionen um rund 7-8 % verschärft, Energieetikette von Wasch- und Trocknungsgeräten, zusätzliche Empfehlungen für die Industrie.Association Minergie — Evolutions 2016-2025 — modifications au 01.01.2026abgerufen am 2026-08-24 — es wechselt in drei Punkten die Logik. Wer sie zusammen liest, behandelt nicht jede Anforderung isoliert.
0 %
fossile Energie in der Hauptwärmeerzeugung zugelassen — Heizöl, Gas und Propan sind für alle Minergie-Labels ausgeschlossenZiff. 8.1: « les agents énergétiques fossiles ne sont pas autorisés pour la production de chaleur pour le chauffage et l'eau chaude sanitaire », alle Labels, Neubau und Sanierung.Association Minergie — Règlement des labels Minergie/Minergie-P/Minergie-A, version 2026.1, ch. 8.12026-01-01 · abgerufen am 2026-08-24, ausserhalb der geregelten Spitzendeckung
60 % / 30 %
der verfügbaren Dachfläche mit PV zu belegen (Neubau / Sanierung), auf Basis von 200 W/m² DachflächeAnhang B2: « BelGDach, taux d'occupation du toit, 60 % pour les nouvelles constructions, 30 % pour les rénovations » und « 200 W de puissance photovoltaïque par m2 de toiture disponible ».Association Minergie — Règlement des labels Minergie 2026.1, annexe B2 — rendement standard de l'autoproduction2026-01-01 · abgerufen am 2026-08-24 — obligatorisch schon beim Label Minergie Standard
DRY 2035
Wetterdaten von MeteoSchweiz für den Nachweis des sommerlichen Komforts — alle LabelsZiff. 7: « il convient d'utiliser les données météorologiques pour la période 2035 (DRY) de Météo Suisse », mit drei Nachweisvarianten, die dritte per Simulation nach SIA 180:2014 Methode 3.Association Minergie — Règlement des labels Minergie 2026.1, ch. 7 — confort thermique estival2026-01-01 · abgerufen am 2026-08-24
1 000 m²
EBF: Schwelle für das obligatorische Monitoring bei Minergie und Minergie-PZiff. 14: « Les bâtiments Minergie de plus de 1000 m2 de SRE (neuf et rénovation avec nouvelles installations techniques), ainsi que les bâtiments Minergie-A de toute taille. »Association Minergie — Règlement des labels Minergie 2026.1, ch. 14 — monitoring2026-01-01 · abgerufen am 2026-08-24
Heizöl, Erdgas, Propan: fossile Brennstoffe sind weder in der Hauptwärmeerzeugung noch als laufende Ergänzung zugelassen. Das Reglement duldet jedoch eine Spitzendeckung bei Heizzentralen ab 80 kW (höchstens 10 % des gesamten Jahreswärmebedarfs), den Anschluss an ein Fernwärmenetz, dessen Produktion höchstens 50 % fossil istZiff. 8.1: Spitzen ab 80 kW berechneter Leistung zulässig, höchstens 10 % des gesamten Jahresbedarfs; Fernwärme zulässig, wenn ihre Produktion höchstens 50 % fossil ist; fossile WKK ab 35 % Stromanteil.Association Minergie — Règlement des labels Minergie 2026.1, ch. 8.1 — recours aux énergies renouvelables2026-01-01 · abgerufen am 2026-08-24, sowie eine fossil betriebene Wärme-Kraft-Kopplung mit mindestens 35 % Stromproduktion. Ein Genfer HPE-Projekt mit einem im laufenden Betrieb genutzten Gaskessel entspricht Minergie 2026.1 nicht mehr.
Bruch 2 — systematisch
PV auf 60 % / 30 % der Dachfläche — Voraussetzung schon bei Minergie Standard
Photovoltaik ist kein optionales Unterscheidungsmerkmal mehr. Minergie und Minergie-P verlangen eine PV-Belegung von mindestens 60 % der verfügbaren Dachfläche im Neubau (30 % in der Sanierung), auf Basis von 200 W/m² Dachfläche. Minergie-A muss seinen Bedarf zu 100 % aus Eigenproduktion decken.
Bruch 3 — neu zu rechnen
DRY 2035 für den sommerlichen Komfort
Die Nachweise zum sommerlichen Komfort stützen sich neu auf die für 2035 repräsentativen Wetterdaten (MeteoSchweiz). Studien mit historischen Daten sind unter Umständen nicht mehr konform — für jedes laufende Projekt zu prüfen.
Achtungspunkt für Genfer Projekte
In Genf werden HPE und THPE rechtlich über die eidgenössischen Minergie-Labels anerkannt (REn Art. 12B und 12C)REn Art. 12B Abs. 1: Neubauten mit dem Label Minergie oder einem gleichwertigen Label. Art. 12C Abs. 1: Minergie-A, Minergie-P-Eco oder gleichwertiges Label.République et canton de Genève — rsGE L 2 30.01 — Règlement d'application de la loi sur l'énergie (REn), art. 12B et 12Cabgerufen am 2026-08-24. Die drei Brüche des Reglements 2026.1 gelten daher vollumfänglich für Genfer Projekte, die diese Labels anstreben. Massgebend ist das Minergie-Reglement, nicht die REn selbst — es definiert die Zertifizierungskriterien.
02 — Thermische Anforderungen
Heizwärmebedarf in % MuKEn 2025 — das Raster 90 / 70 / 90
Das Reglement 2026.1 drückt den Heizwärmebedarf als Prozentsatz der Grenzwerte MuKEn 2025 ausZiff. 6.1: Qh nach SIA 380/1:2016 im Verhältnis zu den Grenzwerten Qh,li der MuKEn 2025. Neubau: Minergie 90 %, Minergie-P 70 %, Minergie-A 90 %. Sanierung: nur Minergie-P, bei 90 %.Association Minergie — Règlement des labels Minergie 2026.1, ch. 6.1 — besoins en chauffage2026-01-01 · abgerufen am 2026-08-24 statt als absolute Werte. Damit ist die Minergie-Schwelle automatisch an die kantonale Grundanforderung gekoppelt — die je nach Gebäudetyp und Klimazone variiert.
Kriterium
Minergie
Minergie-P
Minergie-A
Heizwärmebedarf — Neubau (% der Grenzwerte MuKEn 2025)
≤ 90 %
≤ 70 %
≤ 90 %
Heizwärmebedarf — Sanierung (% der Grenzwerte MuKEn 2025)
Keine Anforderung
≤ 90 %
Keine Anforderung
Absolutes Minimum
15 kWh/(m²a)
15 kWh/(m²a)
15 kWh/(m²a)
Fossile Brennstoffe
UNTERSAGT
UNTERSAGT
UNTERSAGT
PV-Eigenproduktion
60 % Dachfläche (Neubau) / 30 % (San.)
60 % Dachfläche (Neubau) / 30 % (San.)
100 % des Bedarfs
Berechnungsnorm
SIA 380/1:2016
SIA 380/1:2016
SIA 380/1:2016
Quelle: minergie.ch, Reglement der Labels Minergie 2026.1, geprüft im Juni 2026. EBF = Energiebezugsfläche nach SIA 380/1:2016. Die PV-Belegung wird auf der verfügbaren Dachfläche berechnet, auf Basis von 200 W/m² Dachfläche.
Die 70 % von Minergie-P entsprechen historisch der Anforderung auf Passivhausniveau. Der Unterschied zwischen Minergie-A und Minergie-P liegt nicht beim Heizwärmebedarf (beide bei 90 % im Neubau), sondern bei der Eigenproduktion: Minergie-A muss 100 % seines Bedarfs decken.
Die absolute Untergrenze von 15 kWh/(m²a)
Diese Untergrenze verhindert, dass ein sehr kompaktes GebäudeZiff. 6.1: « Les exigences quant aux besoins de chaleur sont au minimum de 15 kWh/(m2an), même si le calcul de la valeur limite donne un résultat inférieur. »Association Minergie — Règlement des labels Minergie 2026.1, ch. 6.12026-01-01 · abgerufen am 2026-08-24 — dessen MuKEn-Grenzwerte theoretisch sehr tief lägen — von der Dämmung entbunden wird. Auch wenn die MuKEn-Grenzwerte des Gebäudetyps wenig fordernd sind, kann der nach SIA 380/1:2016 gerechnete Heizwärmebedarf für die relative Schwelle nicht unter 15 kWh/(m²a) fallen.
03 — Hülle und Systeme
Luftdichtheit und Lüftung nach SIA 382/1:2025
Minergie 2026.1 behält die Luftdurchlässigkeitsschwellen für die Labels P und A beiZiff. 6.2, Tabelle: Minergie-P und Minergie-A, qE50 von 0,8 im Neubau und 1,6 in der Sanierung. Die Messung wird nur für diese beiden Labels verlangt.Association Minergie — Règlement des labels Minergie 2026.1, ch. 6.2 — étanchéité de l'enveloppe2026-01-01 · abgerufen am 2026-08-24 — und übernimmt die neue Lüftungsnorm SIA 382/1:2025Das Reglement nennt die SIA 382/1:2025 für Luftheizungen (Ziff. 8.3) sowie für die Kategorien IEQ II und IDA 2 bei Nichtwohnbauten.Association Minergie — Règlement des labels Minergie 2026.1, ch. 8.3 et ch. 102026-01-01 · abgerufen am 2026-08-24. Beim Label Minergie Standard bleibt es bei keiner auferlegten Dichtheitsanforderung.
Luftdichtheit — qE50
Label
Art
Grenzwert qE50
Messnorm
Minergie-P / Minergie-A
Neubau
≤ 0,8 m³/(h·m²)
EN ISO 9972:2015 + SIA 180:2014
Minergie-P / Minergie-A
Sanierung
≤ 1,6 m³/(h·m²)
EN ISO 9972:2015 + SIA 180:2014
Minergie (Standard)
Neubau oder San.
Nicht gefordert
—
qE50 = Leckluftstrom Q₅₀ bezogen auf die Fläche der thermischen Hülle Aₑ. Unabhängig von der Gebäudeform, anders als das vom Passivhaus Institut (PHI) verwendete n₅₀Ziff. 6.2: « selon les normes SIA 180:2014 et SN EN ISO 9972:2022 (norme SIA 180.206) ». Die auf dieser Website beibehaltene Referenz bleibt die Ausgabe 2015 der ISO 9972.Association Minergie — Règlement des labels Minergie 2026.1, ch. 6.22026-01-01 · abgerufen am 2026-08-24. Quelle: minergie.ch Regl. 2026.1, geprüft im Juni 2026.
Für Genfer THPE-Projekte (die Minergie-P oder Minergie-A entsprechen, siehe Abschnitt 05) gilt somit qE50 ≤ 0,8 m³/(h·m²) im Neubau. Dieser Punkt gehört bereits ins Pflichtenheft der Luftdichtheit im Vorprojekt, nicht erst ins Zertifizierungsdossier.
Lüftung — SIA 382/1:2025
Label
Lüftungsanforderung
Norm
Minergie (Standard)
Automatischer Luftwechsel gefordert
—
Minergie-P
Konforme Komfortlüftung
SIA 382/1:2025
Minergie-A
Konforme Komfortlüftung
SIA 382/1:2025
Genf — REn Art. 12E und 12G
Die Genfer REn (L 2 30.01) führt die SIA 382/1:2025 unter den anwendbaren Referenznormen auf (Art. 12E)REn Art. 12E Abs. 1: « les normes SIA 180 édition 2014, SIA 380/1 édition 2016 et SIA 382/1 édition 2025 sont respectées ». Art. 12G Abs. 1 nennt sie ebenfalls für die Lüftung.République et canton de Genève — rsGE L 2 30.01 — Règlement d'application de la loi sur l'énergie (REn), art. 12E al. 1abgerufen am 2026-08-24 und stellt damit direkte Kohärenz zum Minergie-Reglement her. REn Art. 12G Abs. 3 verlangt zudem Wärmerückgewinner bei allen mechanischen Abluftanlagen über 1 000 m³/h mit mehr als 500 Betriebsstunden pro JahrREn Art. 12G Abs. 3: beheizte Räume, kontrollierte Aussenluftzufuhr und Wärmerückgewinner ab 1 000 m³/h Abluft und mehr als 500 h/Jahr; mehrere Anlagen im selben Gebäude zählen als eine.République et canton de Genève — rsGE L 2 30.01 — Règlement d'application de la loi sur l'énergie (REn), art. 12G al. 3abgerufen am 2026-08-24 — unabhängig vom angestrebten Label.
Die Fassung der SIA 382/1 in den Ausschreibungen prüfen
Bei laufenden Projekten Minergie-P und Minergie-A ist zu prüfen, dass die Pflichtenhefte für die Komfortlüftung tatsächlich die Ausgabe 2025 der SIA 382/1 nennen und nicht die Ausgabe 2014. Die genauen Übergangsbedingungen sind auf minergie.ch veröffentlichtMinergie: « un délai transitoire d'une année est toujours prévu avec l'introduction de nouvelles exigences réglementaires ».Association Minergie — Evolutions 2016-2025 — des standards qui évoluentabgerufen am 2026-08-24.
04 — Nachverfolgung und Wetterdaten
Monitoring und sommerlicher Komfort — Daten DRY 2035
Monitoring — Pflicht ab 1 000 m² EBF
Label
Schwelle
Monitoring gefordert
Minergie
EBF > 1 000 m²
Gefordert
Minergie-P
EBF > 1 000 m²
Gefordert
Minergie-A
Alle Gebäude
Gefordert ohne Schwelle
Das Monitoring muss bereits in der Planung mitgedacht werden — Verkabelung, Unterzähler, Kommunikationsgateways. Ein am Bauende in ein Betongebäude eingefügtes System zieht teure Nacharbeiten nach sich, die ohne Teilrückbau bisweilen unmöglich sind.
Planung
Die erforderlichen Messpunkte bestimmen
Heizung, Warmwasser, Lüftung, PV-Produktion, bei Dienstleistungsbauten auch Beleuchtung — Unterzähler und Gateways schon im Vorprojekt ins Elektroschema aufnehmen. Die detaillierten Vorgaben sind auf minergie.ch veröffentlicht.
Ausführung
Die Zähler während der Ausführung setzen
M-Bus, LON, KNX oder Einbindung in die Gebäudeleittechnik, je nach Projektgrösse. Nicht bis zur Abnahme warten — jeder nachträglich gesetzte Zähler bedeutet Nacharbeit an der Installation.
Zertifizierung
Anlage bei Dossierabgabe in Betrieb
Das Monitoring muss bei Einreichung des Minergie-Zertifizierungsdossiers funktionieren und aufzeichnen. Die Konformität ist gegen die technische Minergie-Dokumentation auf minergie.ch zu prüfen.
Genfer Gebäude von Bedeutung liegen meist über 1 000 m² EBF
Die Genfer REn definiert Gebäude von Bedeutung ab 3 000 m² EBF (Wohnen) beziehungsweise 2 000 m² EBF (andere Nutzungen, REn Art. 13B)REn Art. 13B Abs. 1: 3 000 m² für Gebäude zu Wohnzwecken, 2 000 m² für Gebäude anderer Nutzung.République et canton de Genève — rsGE L 2 30.01 — Règlement d'application de la loi sur l'énergie (REn), art. 13B al. 1abgerufen am 2026-08-24. Diese Gebäude überschreiten die Minergie-Schwelle von 1 000 m² systematisch — das Monitoring ist für solche Projekte doppelt gefordert.
Sommerlicher Komfort — Wetterdaten DRY 2035
Das Reglement 2026.1 schreibt für den Nachweis des sommerlichen Komforts die Referenzwetterdaten DRY 2035 von MeteoSchweiz vor — für alle Labels. Das DRY (Design Reference Year) ist auf die Klimaprojektionen von MeteoSchweiz für 2035 kalibriert: Es enthält höhere Sommertemperaturen und häufigere Hitzewellen als die historischen DRY.
Studien mit historischen Daten sind unter Umständen nicht mehr konform
Ein mit früheren DRY dimensioniertes Gebäude kann die Minergie-Kriterien verfehlen, sobald mit DRY 2035 nachgerechnet wird. Am stärksten betroffen: Dachwohnungen, grosse westorientierte Glasfassaden, leichte Bauten ohne thermische Speichermasse. Die zertifizierten Minergie-Rechenprogramme übernehmen die DRY 2035 nach eigenem Aktualisierungsplan — die verwendete Version ist zu prüfen.
In Genf sind HPE und THPE gesetzliche Standards des Energiegesetzes (LEn, L 2 30) — keine vom Kanton erteilten Labels. Die Ausführungsverordnung zum Energiegesetz (REn, L 2 30.01) anerkennt die eidgenössischen Minergie-Labels als Weg zum Konformitätsnachweis.
Gleichwertiger GEAK Plus
B / B (Neubau) · C / B (San.)
Wärmeversorgung
Nicht fossil und lokal; Fernwärmenetz zulässig, wenn sein nicht fossiler und lokaler Anteil 50 % erreicht
Bonus beim Flächenverhältnis (LCI Art. 59 Abs. 1)
25 % → 27,5 % in der Zone 5
Obligatorisch für
Jeden privaten Neubau (LEn Art. 15 Abs. 1)LEn Art. 15 Abs. 1: Die Mindestvorschriften gelten für Bau, Ausrüstung und Betrieb eines neuen Gebäudes oder einer Erweiterung, die « respectent des standards de haute performance énergétique ».République et canton de Genève — rsGE L 2 30 — Loi sur l'énergie (LEn), art. 15 al. 1abgerufen am 2026-08-24 · umfassende Sanierung eines öffentlichen Gebäudes (LEn Art. 16 Abs. 2)
THPE — REn Art. 12C
Sehr hohe Energieeffizienz
Gleichwertiges eidgenössisches Label (Neubau)
Minergie®-A ou Minergie®-P-ECO
Gleichwertiger GEAK Plus
A / A (Neubau) · B / A (San.)
Wärmeversorgung
Nicht fossil und lokal; Fernwärmenetz zulässig, wenn sein nicht fossiler und lokaler Anteil 80 % erreicht
Bonus beim Flächenverhältnis (LCI Art. 59 Abs. 1)
25 % → 30 % in der Zone 5
Obligatorisch für
Jeden öffentlichen Neubau bzw. Stiftung des öffentlichen Rechts (LEn Art. 16 Abs. 1)LEn Art. 16 Abs. 1: öffentliche Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts ohne Vorsorgeeinrichtungen sowie deren Baurechtsnehmer. Abs. 2: Sanierungen fallen unter HPE.République et canton de Genève — rsGE L 2 30 — Loi sur l'énergie (LEn), art. 16 al. 1 et 2abgerufen am 2026-08-24
Quellen: LEn L 2 30, REn L 2 30.01, LCI L 5 05 Art. 59, geltende Fassungen, eingesehen in der Genfer systematischen Gesetzessammlung.
Fossile bei Minergie 2026.1 gegenüber der Nicht-fossil-Anforderung der REn: Vorsicht beim Zusammenspiel
Die Genfer REn verlangt eine nicht fossile und lokale Hauptwärmeversorgung; der Anschluss an ein Fernwärmenetz ist nur zulässig, wenn dessen nicht fossiler und lokaler Anteil 50 % für HPE (REn Art. 12B) beziehungsweise 80 % für THPE (REn Art. 12C) erreicht. Minergie geht deutlich weiter: Fossile sind in der Hauptwärmeerzeugung nicht mehr zugelassen, mit einer geregelten Spitzendeckung allein für grosse Heizzentralen (≥ 80 kW, höchstens 10 % des gesamten Jahreswärmebedarfs), einem höchstens 50 % fossilen Fernwärmenetz und einer fossil betriebenen Wärme-Kraft-Kopplung mit mindestens 35 % Stromproduktion. In der Praxis gilt für jedes HPE- oder THPE-Projekt mit Minergie-Zertifizierung diese deutlich strengere Anforderung. Ein HPE-Projekt mit einem im laufenden Betrieb genutzten Gaskessel ist nicht mehr Minergie-zertifizierbar.
Der Flächenbonus: ein finanzieller Hebel schon in der Machbarkeitsstudie
Der Bonus an anrechenbarer Geschossfläche (LCI Art. 59 Abs. 1) ist in Genf ein unmittelbarer wirtschaftlicher Vorteil: In der Zone 5 steigt das Flächenverhältnis von 25 % auf 27,5 % bei HPE und auf 30 % bei THPELCI Art. 59 Abs. 1: « Ces pourcentages sont également applicables aux constructions rénovées ou agrandies qui respectent l'un de ces standards. » Für das Untergeschoss gilt parallel 20 / 22 / 24 %.République et canton de Genève — rsGE L 5 05 — Loi sur les constructions et les installations diverses (LCI), art. 59 al. 1abgerufen am 2026-08-24. Diese Prozentsätze gelten auch für sanierte oder erweiterte Bauten, die einen dieser Standards einhalten. Der Bonus gehört von Beginn an in die finanzielle Machbarkeitsstudie — er kann die Investition in eine Zertifizierung für sich allein rechtfertigen.
06 — Konkrete Schritte
Praktische Folgen für Projekte im Labellierungsverfahren
Ein Projekt, dessen Zertifizierungsgesuch noch nicht bei Minergie eingereicht ist, muss seine Lage in jedem der folgenden Punkte prüfen. Die genauen Übergangsbedingungen zwischen den Reglementen sind auf minergie.ch veröffentlicht — Stichtag ist in der Regel das Datum der Dossiereingabe oder der Baubewilligung.
Punkt 1 — blockierend
Jedes fossile Element aus der Wärmeerzeugung entfernen
Jede vorgesehene Wärmequelle durchgehen. Ein Gaskessel als Reserve, eine fossile Zusatzheizung oder ein provisorischer Gasanschluss macht das Projekt nicht konform. Alternativen: Wärmepumpe, Fernwärmeanschluss (den erneuerbaren Anteil beim Betreiber prüfen), Holzenergie. In Genf bieten die SIG Fernwärmeanschlüsse an — die Zugangsbedingungen sind auf sig-ge.ch zu prüfen.
Punkt 2 — systematisch
Die PV-Belegung von 60 % / 30 % der Dachfläche einplanen, falls noch nicht vorgesehen
Die verfügbare Dachfläche und die Möglichkeit prüfen, davon 60 % im Neubau (30 % in der Sanierung) zu belegen, auf Basis von 200 W/m² Dachfläche. Bei komplexen Dächern oder Grenzbebauung braucht es eine genaue Berechnung — die Schwelle ist nicht immer erreichbar, ohne die PV-Fläche zu optimieren oder Überdachungen einzusetzen.
Punkt 3 — neu zu rechnen
Die Nachweise zum sommerlichen Komfort mit den DRY 2035 neu rechnen
Wurden die Nachweise zum sommerlichen Komfort mit älteren Wetterdaten erstellt, sind sie mit den DRY 2035 von MeteoSchweiz neu zu rechnen. Vorrang haben Dachwohnungen, westorientierte Glasfassaden und Bauten ohne thermische Speichermasse.
Punkt 4 — vorausdenken
Das Monitoring ab 1 000 m² EBF schon in der Planung einbeziehen
Überschreitet das Projekt 1 000 m² EBF (Minergie / Minergie-P) oder strebt es Minergie-A an, ist das Monitoring obligatorisch. Zu prüfen ist, dass die Anlage bereits im Vorprojekt im Elektroprogramm und in den Ausschreibungen der betroffenen Lose enthalten ist.
Punkt 5 — Kontrolle
Die SIA 382/1:2025 in den Lüftungsausschreibungen nennen
Bei Projekten Minergie-P und Minergie-A ist zu prüfen, dass die Pflichtenhefte der Komfortlüftung und die Verträge mit dem HLK-Ingenieurbüro tatsächlich die Ausgabe 2025 der SIA 382/1 nennen und nicht die Ausgabe 2014.
Punkt 6 — für Minergie-P und -A
qE50 ≤ 0,8 m³/(h·m²) ins Pflichtenheft der Luftdichtheit
Bei Projekten Minergie-P oder Minergie-A (THPE in Genf) gehört der Grenzwert qE50 ≤ 0,8 m³/(h·m²) bereits im Vorprojekt ins Pflichtenheft der Luftdichtheit. Eine Zwischenmessung mit dem Blower Door vor dem Schliessen der Bauteile einplanen, durchzuführen von einem anerkannten Dienstleister — Nacharbeiten nach dem Schliessen können mehrere Arbeitstage kosten.
Punkt 7 — Bilanz aktualisieren
Die Bilanz nach SIA 380/1:2016 gegen die MuKEn-2025-Werte prüfen
Die Heizwärmebilanz muss die Einhaltung des geforderten MuKEn-2025-Prozentsatzes belegen. Wurde die Bilanz nach einer älteren Fassung der Vorschriften erstellt, ist sie vor Einreichung des Minergie-Dossiers zu aktualisieren.
07 — Kernfragen
Was Projektteams fragen
Mein Projekt ist im Labellierungsverfahren — gilt das Verbot fossiler Energieträger dafür?
Das hängt vom Datum der Einreichung Ihres Dossiers bei Minergie ab. Minergie legt in der Regel einen Stichtag fest (oft das Datum der Baubewilligung oder der Zertifizierungsanmeldung), ab dem das neue Reglement gilt. Die genaue Antwort für Ihr Projekt steht in der Übergangsdokumentation zum Reglement 2026.1 auf minergie.ch. Im Zweifelsfall die regionale Minergie-Agentur direkt kontaktieren.
Was ist MuKEn 2025 — und wo finde ich die für mein Projekt geltenden Grenzwerte?
Die MuKEn (Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich) werden von der Konferenz kantonaler Energiedirektoren (EnDK) erarbeitet. Die Ausgabe 2025Die MuKEn 2025 wurden von der Plenarversammlung der EnDK am 29. August 2025 verabschiedet; es ist die fünfte revidierte Ausgabe. Die Einführung in den Kantonen ist über drei bis sieben Jahre geplant.Conférence des directeurs cantonaux de l'énergie (EnDK) — Les cantons adoptent le Modèle de prescriptions énergétiques 20252025-08-29 · abgerufen am 2026-08-24 legt die Grundanforderungen an Gebäude in den Kantonen fest, die sie übernommen haben. Die Grenzwerte variieren je nach Gebäudetyp und Klimazone — einsehbar auf endk.ch. Die Berechnung nach SIA 380/1:2016 in der Zertifizierungssoftware (LESOSAI usw.) berücksichtigt diese Werte automatisch.
Sind HPE und THPE in Genf Labels oder gesetzliche Pflichten?
Es sind gesetzliche Pflichten — keine freiwilligen Labels. Für jeden privaten Neubau in Genf ist HPE obligatorisch (LEn Art. 15 Abs. 1). Für öffentliche Gebäude und Stiftungen des öffentlichen Rechts ist THPE obligatorisch (LEn Art. 16 Abs. 1). Die Minergie-Zertifizierung ist der übliche Weg, die Konformität mit HPE oder THPE nachzuweisen, aber sie ist ein Nachweisinstrument — nicht die Pflicht selbst.
Gilt die PV-Belegungspflicht auch für Sanierungen?
Ja, aber mit reduzierter Schwelle: Das Reglement 2026.1 verlangt für Minergie und Minergie-P eine Belegung von 60 % der verfügbaren Dachfläche im Neubau gegenüber 30 % in der Sanierung (Basis 200 W/m² Dachfläche). Die Ausnahmebedingungen für Sanierungen, bei denen das Dach nicht der Bauherrschaft gehört (Stockwerkeigentum, Grenzbebauung, Denkmalschutz), sind in den vollständigen Reglementsunterlagen auf minergie.ch zu prüfen. Bei Genfer Sanierungsprojekten lohnt sich zudem ein Blick auf die SIG-Förderung für PV-Anlagen.
Worin unterscheiden sich die Nicht-fossil-Schwelle der Genfer REn und das Minergie-Verbot 2026.1?
Die Genfer REn verlangt eine nicht fossile und lokale Hauptwärmeversorgung und lässt ein Fernwärmenetz nur zu, wenn dessen nicht fossiler und lokaler Anteil 50 % für HPE beziehungsweise 80 % für THPE erreicht. Minergie geht weiter: Fossile sind in der Hauptwärmeerzeugung nicht mehr zugelassen, mit einer geregelten Spitzendeckung für Heizzentralen ab 80 kW (höchstens 10 % des gesamten Jahreswärmebedarfs), einem höchstens 50 % fossilen Fernwärmenetz und einer fossil betriebenen Wärme-Kraft-Kopplung mit mindestens 35 % Stromproduktion. Für jedes Projekt mit angestrebter Minergie-Zertifizierung — dem Normalweg zu HPE oder THPE in Genf — gilt diese verschärfte Anforderung. Die REn ist in diesem Punkt weicher als Minergie, doch ein HPE- oder THPE-Projekt ohne Minergie-Zertifizierung muss seine Konformität über den GEAK nachweisen (B/B für HPE, A/A für THPE)REn Art. 12B Abs. 2 Bst. b: Klasse B/B im GEAK Plus oder technisches Merkblatt SIA 2031:2016. Art. 12C Abs. 2 Bst. b: Klasse A/A. In der Sanierung: C/B für HPE, B/A für THPE.République et canton de Genève — rsGE L 2 30.01 — Règlement d'application de la loi sur l'énergie (REn), art. 12B al. 2 let. b et art. 12C al. 2 let. babgerufen am 2026-08-24, was in der Praxis seltener vorkommt.
Quellen und Referenzen (22)
Jede Zahl und jede Aussage in diesem Dossier ist belegt. Fahren Sie über eine Fussnote oder tippen Sie sie an, um die Quelle anzuzeigen.
Association Minergie — Règlement des labels Minergie 2026.1, ch. 6.2(2026-01-01 · abgerufen am 2026-08-24) Ziff. 6.2: « selon les normes SIA 180:2014 et SN EN ISO 9972:2022 (norme SIA 180.206) ». Die auf dieser Website beibehaltene Referenz bleibt die Ausgabe 2015 der ISO 9972.
Ist Ihr Projekt auf dem Stand von Minergie 2026.1?
Konformitätsprüfung, Überarbeitung des Energieprogramms, Koordination mit den Ingenieurbüros — Beratung für die Nachführung laufender HPE- oder THPE-Labellierungsprojekte. Genf, Westschweiz, grenznahes Frankreich.